Insekten

Die Insekten verschwinden – Tun wir etwas dagegen:

 

Kräuter für Insekten in jeden Garten!


So lautet das Motto des Flyers, den die Vereine Region Intakt und Kräuterregion Wiesteniederung im April 2019 herausgaben. Der Flyer soll Gartenbesitzer ansprechen, die in erster Linie einen pflegeleichten Garten haben möchten. Er zeigt auf, wie dieser sich ohne großen Aufwand insektenfreundlicher gestalten läßt.

Bestellen Sie den kostenlosen Flyer und verteilen Sie Ihn auch in der Nachbarschaft!

Dazu regt ein Plakat an, das auf den Flyer aufmerksam macht. Sowohl der Flyer als auch das Plakat können bestellt werden unter:

insekten@regionintakt.de.
 


Das Verschwinden der Insekten
Die „Krefelder Studie“ von 2017 wies für Deutschland nach: Die Insektenpopulationen sind dramatisch eingebrochen. Selbst in Naturschutzgebieten ist die Biomasse der Fluginsekten in den letzten 30 Jahren um 75% zurückgegangen. Australische Forscher bestätigten 2019, dass dieser massive Rückgang weltweit stattfindet.

 

Warum sind Insekten wichtig?

In Deutschland gibt es ca. 33 000 verschiedene Insektenarten – Bienen, Wespen, Fliegen, Mücken, Käfer, Ameisen, Schmetterlinge und andere Falter. Auch wenn uns Menschen manche Arten wenig sympathisch oder sogar lästig sind, haben sie doch entscheidenden Anteil am Funktionieren der ökologischen Systeme: Sie bestäuben Blütenpflanzen, dienen vielen Vögeln als Nahrung, sie setzen Tierkadaver und -kot sowie abgestorbene Pflanzen um.

Für die Bestäubung – und damit Samen- und Fruchtbildung – von Blühpflanzen sind Bestäuber-Insekten sehr wichtig, und zwar vor allem Schwebfliegen und Wildbienen, zu denen auch die Hummeln gehören, sowie die Honigbienen.

 

Rettet die Bienen!

Ob (Wild-)Bienen, Schwebfliegen oder Schmetterlinge – Bestäuber-Insekten benötigen Pollen und Nektar von Blühpflanzen für ihre Ernährung. Davon finden sie aber in den intensiv genutzten Agrar- und Siedlungslandschaften immer weniger: Es fehlen blütenreiche Wiesen, Wegraine, Brachflächen, Gärten. Hinzu kommt, dass die Acker- und Umweltgifte ihnen das Leben schwer machen.

Inzwischen gibt es immer wieder Initiativen, die für mehr „blühende Landschaft“ sorgen wollen, auch hier in der Gegend - von Vereinen, Landwirten, der Jägerschaft und Privatpersonen. Dazu gehört auch das Stapeler Kräuterfeld, das vom Verein Region Intakt e.V. getragen wird. Seit 2007 wachsen hier auf ca 3000qm Dutzende verschiedener Heil-, Küchen- und Duftkräuter und dienen als Bienen- und Falterweide. Mit Erfolg: sowohl wir als auch die vielen Besucher staunen über die Anzahl und Vielfältigkeit der Blütenbesucher.

 

Es lohnt sich, etwas zu tun

Eine britische Studie wies kürzlich nach, dass Schrebergärten mit ihren Obstbäumen, Sträuchern, Blumen und Unkrautecken besonders viele Insekten anlocken. Eine weitere Studie zeigte, dass Hummelpopulationen bis um das 4-fache wachsen, wenn sie ein gutes Nahrungsangebot haben – selbst wenn dies nur auf 1-2% der beflogenen Fläche vorhanden ist.

Private Gärten können für Bienen also durchaus eine wichtige Rolle spielen. Und ihre Fläche beträgt in Deutschland 930 000 Hektar – alle Naturschutzgebiete zusammen sind nur 1 ½- mal so groß.

 

Kräuter für Insekten – in jeden Garten, auf jeden Balkon!

Ohne viel Aufwand können Sie einiges für die Bestäuber-Insekten tun.

Robuste mehrjährige Kräuter werden ins Staudenbeet gesetzt, eignen sich als Randbepflanzung oder ergeben eine kleine Kräuterecke. Ihre Blüten sind unscheinbar, aber für Insekten viel wertvoller als die auffälligen gezüchteten Stiefmütterchen, Fleißigen Lieschen oder Geranien. Ein Salbeibusch braucht etwas mehr Platz, seine Blüten werden aber – ebenso wie die der Katzenminze, die als Rosen-Beipflanze geeignet ist – von Hummeln umschwärmt.

 

Auf diese Kräuter fliegen Bienen, Hummeln & Co.:

 

Ausdauernd, frosthart, klein bis mittelhoch:

 

- in der Sonne: Lavendel, Majoran und Oregano, Melisse, Zwerg-Salbei, Thymian

- im Halbschatten: Bohnenkraut, Katzenminze, Pfefferminze, Schnittlauch

- als Bodendecker im Gebüsch und Schatten: Storchenschnabel, Günsel

 

Oder Sie säen an einer offenen Stelle insektenfreundliche Kräuter und lassen sich überraschen: Borretsch, Kerbel, Kümmel, Ringelblume, Mutterkraut, Schafgarbe.

 

Da diese Kräuter erst im Sommer blühen, empfiehlt es sich, dazwischen frühblühende Zwiebeln zu stecken:

Krokusse, Schneeglöckchen, Anemonen (Blüte im Februar); Blausternchen, Lerchensporn (Blüte im März); Buschwindröschen, Milchstern (Blüte im April)

 

Pflanzen erhalten Sie in den regionalen Stauden- und Kräutergärtnereien und auf dem Stapeler Kräuterfeld. Weitere Hinweise zu insektenfreundllichen Pflanzen: www.bluehende-landschaft.de

 

Was Sie sonst noch für Insekten tun können:

- Staudenstängel und Äste zu einem Insekten-Nistplatz aufhäufen

- eine flache Schale mit stets frischem Wasser als Insekten- und Vogeltränke aufstellen

- Schmetterlingsraupen füttern, indem Sie in einer Ecke Brennnesseln, Löwenzahn und andere Wildkräuter wachsen lassen

- den Garten möglichst wenig beleuchten, Licht stört nachtaktive Insekten

- an Stellen den Boden offen halten und nicht bearbeiten: zu 75% bauen Wildbienen ihre Nester in offene Erde

- beim Rasenmähen blühende Inseln von Klee, Gänseblümchen, Löwenzahn stehen lassen

- keine Mähroboter nutzen, sie töten wegen des Dauerbetriebs mehr Insekten und ihre Brut

 

Wussten Sie, dass Wildbienen

- „fleißiger“ sind als Honigbienen? Sie fliegen zeitiger am Tag und bis in den Abend, auch bei kühler Witterung und bedecktem Himmel

- meistens solitär leben, also keine Staaten bilden

- ihre Nester überwiegend im Boden anlegen

- manchmal sehr klein sind: die kleinsten messen nur 4 mm

 

Sind Sie dabei? Schreiben Sie uns! 

 

insekten @ regionintakt.de